Nach drei Jahren Schachabstinenz verband ich mal wieder einen Urlaub mit einem Turnier. Ich fuhr zum Czech Open nach Pardubice.
Der Hoffnung, mein letztes Resultat bei diesem Turnier zu wiederholen – ich erspielte eine Elo-Performance von 2300, stand die nüchterne Realität entgegen. Das gesamte letzte Jahr war extrem stressig. Wir bauten ein Haus, wir heirateten, der Garten musste beackert werden, stressige Veränderungen im Job, ... Die Vorzeichen standen schlecht und wurden zusätzlich auch noch durch wenig erbauliche Resultate in unserem Schachklub untermauert.
Und dennoch, die Hoffnung, selbst wenn sie unbegründet ist, ist der Realität gegenüber sehr resistent. Aber nach den ersten fünf Runden bei noch vier ausstehenden Runden war kein Hoffnungsschimmer mehr vorhanden. Wobei mein katastrophaler Fehlstart mit 1/5 mich weniger deprimierte als die Qualität meines Spiels. Es gab keine einizige Partie ohne totale Blackouts, die in Materialverlust mündeten. Auch die übrigen vier Partien brachten trotz der 2,5 zusätzlichen Punkte, die sie mir bescherrten, keine Besserung.
Was bleibt ist die Erkenntnis, dass meine schachlichen Ambitionen derzeit nicht mit dem Aufwand, den ich für Schach betreibe, zusammen passen. Es ist unrealistisch, über Jahre schachlich Fortschritte bei sich beobachten zu wollen, ohne dafür hart zu arbeiten. Genauso unrealistisch ist es, scachliche Fortschritte zu erwarten, wenn man so nebenbei noch einen anspruchsvollen Job, eine Familie, Haus und Garten, dutzende von Internetprojekten, Programmierprojekte, ... zu managen hat. In den nächsten Tagen/Wochen werde ich über meine Prioritäten nachdenken müssen!
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